13. Arbeitskreis Kommunale Baumpflege Rhein-Main

Begrüßung Thomas Bücher

13. Arbeitskreis Kommunale Baumpflege Rhein-Main in Oberursel
Am 8. November 2012 fand in Oberursel der 13. Arbeitskreis Kommunale Baumpflege Rhein-Main statt. Der AK Kommunale Baumpflege Rhein-Main ist eine Kommunikationsplattform für kommunale Bedienstete und Behördenvertreter im Rhein-Main-Gebiet, die sich in ihrer Stadt bzw. ihrer Behörde mit dem Thema Baummanagement befassen. Mit rund 80 Teilnehmern aus ca. 40 Städten und Behörden war das Treffen wieder ausgebucht.
Thomas Bücher, Fachbereichsleiter Grün des Eigenbetriebes Bau und Service der Stadt Oberursel, begrüßte die Teilnehmer des Arbeitskreises in Oberursel und verglich die GALK-Kennzahlen zum Thema Baum mit eigenen Erhebungen der letzten Jahre.
Referent Matthias Zorn

Matthias Zorn, öbvSV, Usingen, ergänzte diese Zahlen mit Durchschnittswerten aus einigen Kommunen des Arbeitskreises. Dabei wurden deutliche Unterschiede sichtbar.

In der darauf folgenden Diskussion zeigte sich, dass sich die Baumbestände in den Kommunen aufgrund ihrer teilweise sehr unterschiedlichen Altersstruktur nur schwerlich vergleichen lassen. Trotzdem will sich der Arbeitskreis mit diesem interessanten Thema weiter beschäftigen und eine Arbeitsgruppe wurde gebildet.
Referntin Frau Dr. Cornelia Perseke-Ockelmann

Im Anschluss referierte Dr. Cornelia Perseke-Ockelmann, Leiterin der Außenstelle Geisenheim der Abteilung Agrarmeteorologie des Deutschen Wetterdienstes, über
Aspekte zum Klimawandel und deren Auswirkungen aus agrarmeteorologischer Sicht.

Sie zeigte auf, dass die Klimaaufzeichnungen der letzten 100 Jahre einen Anstieg der Durchschnittstemperatur von über einem Grad aufweisen.

„Mit Ausnahme der Jahre 1996 und 2010 lagen seit dem Jahr 1989 in Deutschland alle Jahre deutlich über dem langjährigen Temperatur-Mittel,“ berichtete Perseke-Ockelmann und konnte auch für die Zukunft nur wenig Erfreuliches prognostizieren: „Projektionen für die Zukunft auf der Grundlage eines mittleren Emissionsszenarios sagen für den Zeitraum 2021 – 2050 einen Rückgang der Sommerniederschläge von 15 – 25% voraus. Für den Zeitraum 2071 – 2100 könnten es sogar über minus 40% sein!“. Sie machte deutlich, dass aufgrund der ansteigenden sommerlichen Wärmebelastung in den Städten Bäume, Parks und Grünanlagen weiter an Bedeutung gewinnen werden, gleichzeitig aber auch die Kosten für die Erhaltung der Grünbestände weiter ansteigen werden.

 

Referent Roland Jeschke

Mit dem Thema thermische Rindenschäden und Möglichkeiten zur Vermeidung derselben beschäftigte sich der folgende Referent, Roland Jeschke von der Firma Flügel GmbH, Osterode am Harz.  Klimaveränderungen, respektive das Wechselspiel einer verstärkten Sonneneinstrahlung mit Nachtfrösten im zeitigen Frühjahr, gelten auch als Hauptursache thermischer Rindenschäden an Jungbäumen. Aufgrund sehr hoher Schadensraten wird das Thema in der Fachwelt stark diskutiert. Jeschke kann mittlerweile auf einen 10 jährigen Erfahrungsschatz zurückblicken. Sehr anschaulich stellte er die Vor- und Nachteile verschiedener Stammschutzmaterialien vor und stellte die Vorzüge von Stammschutzanstrichen, wie z.B. die lange Haltbarkeit und die geringen Wartungskosten dar.

Referent Jörg Tieben

Jörg Tieben von der Firma Softplan Informatik GmbH, Wettenberg, referierte anschließend

über die GIS-basierte Verwaltung von Streuobstwiesen. Tieben erläuterte die Möglichkeiten zur Erfassung, Dokumentation und Analyse von Streuobstbeständen. Streuobstbestände sind wertvolle, kulturell geprägte Biotopstrukturen, die weiterhin durch Nutzungsaufgabe und Landfraß dezimiert werden. Insbesondere für Kommunen mit noch großen Streuobstbeständen dürfte die GIS-basierte Verwaltung der Bestände eine wertvolle Hilfe sein.

Referentin Anette Schött

 Attraktive Staudenpflanzungen für Baumstandorte und Freiflächen stellte danach Anette Schött, Landschaftsarchitektin aus Büdingen vor. Am Beispiel realisierter Projekte wie dem Keltenkreisel und diverser Staudenmischpflanzungen in Gießen, Bad Nauheim, u.a. Kommunen überzeugte sie das Fachpublikum mit der Schönheit und Vielgestaltigkeit unterschiedlicher Vegetationsbildern im Jahresrhythmus. Die Bilder belegten, dass Staudenpflanzungen nicht nur auf freier Fläche funktionieren, sondern dass auch an Baumstandorten schöne Blühaspekte erzielbar sind. Für ein gutes Gelingen stellte Schött die wichtigsten Voraussetzungen heraus: „Neben einer guten Bodenvorbereitung, der standortgerechten Pflanzenauswahl, abgestimmt in Höhe, Farbe und Blütezeit, bedarf es auch motivierter und kompetenter Mitarbeiter um einen langfristigen und nachhaltigen Erfolg zu garantieren.“

Referent Joachim Schnabel

Joachim Schnabel, öbv Sachverständiger für Pflanzenschutz aus Wöllstadt, berichtete zum Schluss wieder in gewohnt dynamischer Manier über Aktuelles aus dem Pflanzenschutz.

Unter anderem berichtete er über erhebliche Schäden im Jahr 2012 durch Feuerbrand. Ein feucht-warmer Sommer dürfte die Ausbreitung begünstigt haben. Besonders hoch waren nach Angaben Schnabels auch die Frosttrocknis-Schäden nach den beiden sehr kalten Wochen im Februar 2012.

Außerdem befürchtet Schnabel in den kommenden Jahren eine stärkere Ausbreitung der Maulbeerschildlaus: „Der Befall hat im Süden Deutschlands im letzten Jahr stark zugenommen. Ein weißer, schimmelartiger Überzug auf den Ästen weist auf den schwer zu bekämpfenden Schädling mit breitem Wirtsspektrum hin. Das Abschneiden von Ästen bleibt erste Wahl bei der Bekämpfung.“

Referent/Organisator/Reporter Sylvio Jäckel

“Kommunaler Baumfrevel – was können wir dagegen tun?” war die abschließende und viel diskutierte Fragestellung von Landschaftsarchitekt Sylvio Jäckel, Stadt Dreieich, der die Problematik anhand eines aktuellen Falles aufzeigte.

 

Der 13. Arbeitskreis Kommunale Baumpflege Rhein-Main war einmal mehr wichtiger Treffpunkt zur Wissensvermittlung und zum fachlichen Austausch untereinander und wird in den kommenden Jahren als Austauschplattform im Rhein-Main-Gebiet weiter fortgeführt werden.

AK - Teilnehmer


Wir Danken:

Baumpflege Gebr. Krämer und Sachverständigenbüro Zorn als Sponsoren,
BSO Oberursel für die reibungslose Organisation,

Restaurant Taunsblick für die hervorragende Bewirtung,

Fa. Maltaflor als Aussteller,

Fa. Flügel als Aussteller

und natürlich allen Referenten.


 

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